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Aufschieberitis

Aufschieberitis
Wenn bestimmte Anliegen immer und immer wieder nach hinten verschoben werden, hat das nicht notwendigerweise etwas mit Faulheit zu tun. Der typische Aufschieber erledigt statt-dessen andere Dinge.–Er erledigt manchmal sogar überdurchschnittlich viel. Aber nicht das, was eigentlich ansteht. Stattdessen spült er ab, räumt den Keller auf, geht einkaufen, erledigt Telefonate usw. – alles mögliche wird gemacht, sogar ungeliebte Tätigkeiten, damit etwas, das als belastender empfunden wird, vermieden wird.
Das Wichtige, das erledigt werden sollte, leibt jedoch liegen.

Der Aufschieber flüchtet sich häufig in Ausreden und versucht, sich selbst etwas vorzumachen, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass er das Eigentliche vermieden hat.
„Ich war nicht in der richtigen Stimmung“ „Es war so viel los“ „In der nächsten Woche wird es ruhiger“ „Es ist noch so viel anderes zu erledigen“ „Ich habe es nicht vergessen, sobald ich dazu komme, mache ich es“. Der typische Aufschieber erledigt bestimmte Aktionen nur unter Druck und das dann meist nur oberflächlich.

Häufig wird auch der Wunsch und die Hoffnung gehegt, dass sich das Belastende irgendwie von alleine erledigt. Bedauerlicherweise tritt das nur selten ein.

Unerledigtes raubt Aufmerksamkeit und erzeugt Druck. Wer zu viel angesammelt hat, wird
von den vielen kleinen und größeren Dingen, die auf die lange Bank geschoben worden sind, regelrecht lahm gelegt. Die Lebensfreude und das kreative Potenzial nehmen immer mehr ab. Das Unerledigte entwickelt sich zu kleinen Ungeheuern, die einen sprichwörtlich am Boden fesseln. Das Selbstwertgefühl nimmt immer mehr ab. Der Mut, die eigenen Bedürfnisse beim Erledigen der alltäglichen Pflichten zu berücksichtigen sinkt auf Null. Eigene Interessen werden von Ängsten überschattet .

Selbst Dinge, die Spaß machen, bleiben mit der Zeit auf der Strecke – Frust macht sich breit.
 
Nicht selten, wird der, der auf seine Aufschieberei angesprochen wird, aggressiv oder hinterhältig. Er fühlt sich in die Enge getrieben, weil seine Selbsttäuschung auffliegen könnte. Im Arbeitsalltag kann das so weit gehen, dass sich die Betroffenen in Krankheiten flüchten.
In Extremfällen wechseln sie sogar die Arbeitsstelle. Der Druck des Unerledigten ist in diesen Fällen einfach zu groß geworden.

Zu viel Unerledigtes kann zum Burnout führen.

Natürlich ist nicht jedes Hinauszögern falsch.
Es ist völlig normal und in Ordnung, wenn man mal einfach keine Lust hat.
Manche Vorhaben brauchen ihre Zeit, um zu reifen. Bei anspruchsvolleren Vorhaben, die größere Veränderungen mit sich bringen, ist vorschnelles Handeln eher schädlich als nützlich. Hegt jemand zum Beispiel den Wunsch umzuziehen, dann ist es nicht ratsam, die nächstbeste Wohnung anzumieten. Da ist es wichtig, sich erst einmal die eigenen Wünsche und Ansprüche vor Augen zu führen. Lage, Ausstattung und Mietpreis sollten stimmen.
Je klarer die Vorstellung und die Toleranzen im Vorfeld definiert sind, umso leichter fällt die Entscheidung.  Auch eine Urlaubsreise braucht einen gewissen Vorlauf. Bei wichtigen Gesprächen, deren Inhalte emotional aufgeheizt sind, ist eine Vorbereitung empfehlenswert. Mit der Tür ins Haus fallen und seinem Druck spontan, unbeherrscht und ungefiltert Luft machen, macht sehr wahrscheinlich alles noch viel schlimmer.

Was tun, wenn sich ein großer Berg an Unerledigtem angesammelt hat? Auch wenn es keiner glaubt – die gute alte „To-Do-LISTE“ ist der erste Schritt, um sich zu entlasten.

Auf diese Liste gehören jedoch nicht nur die Dinge, die offensichtlich zu erledigen sind. Oft sind es die unterschwelligen Angelegenheiten, die jemanden lahm legen. Es sind die Dinge, über die man sich zu wenig Gedanken macht. Es sind die eigenen Bedürfnisse. Die Angst wegen seiner Befindlichkeiten Schiffbruch zu erleiden, ist weit verbreitet. Der Mensch glaubt, er habe immer wie ein Uhrwerk zu funktionieren. Es scheint in manchen Kreisen ein ungeschriebenes Gesetz zu geben, wonach es strikt Verboten ist, den eigenen Interessen und Bedürfnissen eine hohe Priorität einzuräumen.

Für persönliche Befindlichkeiten gibt es im allgemeinen wenig Verständnis. Und genau diese Bedürfnisse, die mit dem eigenen Wohlbefinden zu tun haben, dürfen niemals auf einer To-do-Liste fehlen. Auch dann nicht, (und erst recht dann nicht) wenn sie von einem mulmigen Gefühl begleitet werden.

Mit der genügenden Aufmerksamkeit werden Dinge bewusster und können angegangen und geregelt werden.

Gelöste Probleme, bzw. zu Ende gebrachte Aktionen verbessern die Stimmung,
erhöhen die Lebensqualität, steigern den Selbstwert und setzen Energien frei.
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